Impressionen zu ‚Law meets Sports‘

2. Juli 2015/ 0 0

Law meets Sports | Eversport Blog

Am 25.Juni 2015 fand in der Cserni Bar in Wien das Kick-off Event der Diskussionsreihe LAW MEETS SPORTS statt. Zum ersten Mal trafen Top-Experten aus der österreichischen Sportbranche auf die besten Juristen des Landes. Was raus kam war ein Austausch auf höchstem Niveau. Neben topaktuellen Themen wie im Sportsponsoring-Fall Fenninger vs. ÖSV sind auch Themen wie Match-fixing, Sportstättenbau aus wirtschaftlicher und rechtlicher Sicht gleichsam beleuchtet worden.

Die Podiumsdiskussion mit dem Experten-Panel unter der Leitung von Dr. Philipp Aichinger diskutierte über die rechtlichen Aspekte rund um das Sportsponsoring. Mit dabei im hochkarätig besetzten Diskussionspanel waren Hans-Willy Brockes (ESB Marketing Netzwerk), Thomas Wallentin (KSW Rechtsanwälte), David Plasser (Wiltschek Rechtsanwälte) sowie Michael Holzer (Betreuer zahlreicher Wintersportler). Das Hauptthema des Abends war das in den Medien brisant diskutierte Thema: Fenniger vs. ÖSV.

Den Einstieg lieferte Thomas Wallentin mit einer historischen Entwicklung der Verbände und welche Rechtsgrundlagen gelten. Eine schwierige Frage und vor allem ein sensibles Thema sind die Vermarktungsrechte zwischen Verband und Sportler. Es gibt laut Thomas Wallentin noch sichtlich Aufholbedarf bezüglich Persönlichkeitsrechte des Sportlers. Grundrechte und Pflichten sind natürlich in den jeweiligen Athletenvereinbarungen niedergeschrieben, ändern sich jedoch mit der Erfolgsgeschichte der Sportler.

Was dürfen ÖSV Sportler und was nicht, beziehungsweise wie sieht die vertragliche Basis zwischen dem ÖSV und dessen Athleten aus? Wallentin meinte diesbezüglich, dass in diesem Falle wohl der ÖSV als auch der Sportler als Unternehmer zu sehen seien und es deshalb zu einem Interessenskonflikt kommen kann, wie eben der Fall Anna Fenninger zeigt.

Aus dem Publikum kam dann jedoch der Einwand, dass man es doch auch als Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis sehen kann. In diesem Falle hätte der ÖSV dann doch mehr Rechte, auch aufgrund der Tatsache, dass er für die Ausbildung aufkommt. „Im Prinzip geht es um die Leistungserbringung und das Recht haben des Sportlers – die zwei Säulen des Sport Daseins“ ein sehr schönes Zitat von Michael Holzer. Weiters verdeutlichte er: „Manchmal habe ich das Gefühl, dass der Sportler stört.“ Er persönlich versucht diese Themen deshalb sehr gewissenhaft seinen Sportlern zu erklären.

Laut Hans-Willy Brockes wird immer darüber gesprochen, wie viel Budget der Verband aufstellt, aber nie wie viel er aufstellen könnte. „Die Brücke von innen nach außen ist noch nicht ganz Installiert.“

David Plasser, ergänzte die Diskussion mit Beispielen, bei denen auch Sponsoren gegen dritte Firmen einen Rechtsweg einschlagen müssen. So retuschierte die Tageszeitung “Österreich” das “Kronen Zeitung”-Logo auf Matthias Lanzinger’s Pullover weg, was sich im Nachhinein als “unlautere Geschäftspraktik” und somit als rechtswidrig herausstellte.

Eines ist Gewiss, die Strukturen (Verbände) sind in Amerika ganz anders ausgelegt und da gibt es noch einiges an Aufholarbeit bei uns zu leisten.

Wer über aktuelle sportrechtliche Diskussionen informiert sein möchte, sollte regelmäßig bei lawmeetssports.com und der Facebook Page vorbeischauen.

 

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